HOME
all images are free for posting
on blogs etc. with proper credits

Seite



Ausstellungsansichten




     
           
 

Ostbahnhof

1857 war die Bahnstrecke von Wien über den Semmering bis Triest fertiggestellt. Dass diese Verbindung über Graz ging, ist weniger Erzherzog Johann zu verdanken als der Angst des Hofes vor einer ungarischen Revolution (die dann auch 1849 niederzuschlagen war). Wegen dieser Befürchtung war die ursprüngliche Trassenführung über Ungarn wieder abgeblasen worden. Nach der Etablierung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie freilich war die Verbindung mit Ungarn wieder erwünscht: Der Ostbahnhof, Endpunkt der 1873 errichteten ungarischen Westbahn, zeugt davon.

 

Seifenfabrik

Die Industrielle Revolution ging in Graz, auch wegen der unterentwickelten Verkehrsverhältnisse, zunächst nur sehr vonstatten. Die Universitäts- und Verwaltungsstadt blieb lange von Klein- und Mittelbetrieben geprägt. Die um 1850 einsetzende Industrialisierung war aber dennoch die Grundlage dafür, dass sich die Einwohner/-innenzahl bis 1900 fast verdreifachte. Die heute für Events genutzte Seifenfabrik im Arbeiterbezirk Liebenau ist ein industriehistorisches Denkmal. Aber Graz hatte zu keiner Zeit den eindeutigen Charakter einer Industriestadt.

 

Vinzenzkirche Eggenberg

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Graz industriell nach Westen gegen die Bahn zu. Damit formierte sich die Stadt endgültig in zwei Hälften: jenseits der Mur Kleinhandwerker/-innen, Kleinbürger/-innen und Arme und noch weiter westlich – rund um die Fabriken – die Quartiere der Arbeiter/-innen. Im Osten das Besitz- und Bildungsbürgertum, das sich sein religiöses Zentrum mit der Herz-Jesu-Kirche schuf. Ihr westliches Gegenstück ist die 1895 geweihte Vinzenzkirche in Eggenberg, das damals außerhalb der Stadt lag.