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16 Fotografien als Teil der
Dauerausstellung: 360Graz
im Grazmuseum.


Ausstellungsansichten

   
           
 

Südtirolersiedlung

Anders als in Linz spricht in Graz niemand von "Hitlerbauten". – Man sieht es ihnen nicht an, dass die Grundpfeiler dieser Gebäude völlig wahnhafte, gegen (fiktive) Gegner gerichtete Ideen waren, wie etwa die "Reinhaltung germanischen Blutes" und die Vernichtung des Weltjudentums. Hitlers Hass auf die "minderwertigen" Slawen, die im neuen "Lebensraum" des Ostens zu versklaven seien, ist nicht Stein geworden. Die Banalität des Bösen ist praktisch und wohnlich in der Südtiroler-Siedlung, gebaut für jene "Deutschen", die gegen Mussolini optiert hatten.

 

Stadtwerkehaus

Die krisenhafte Zwischenkriegszeit brachte in der Grazer Architektur eine traditionsgebundene Moderne hervor. Bei aller Absage an den Historismus standen bei der neuen Baugesinnung die heimatlichen Werte im Vordergrund. Umso mehr sticht aus dem harmonisch-widersprüchlichen Gesamtbild der frühen Dreißigerjahre der geometrische Rationalismus der von Rambald von Steinbüchel-Rheinwall entworfenen Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke hervor. Eine Ikone des "kalten Internationalismus", vor dem der Verein für Heimatschutz immer gewarnt hatte.

 

Feliferhof

Dieser Handgranaten-Wurfstand am Schießübungsgelände des Feliferhof hat sich bei vielen als stille Ikone für politisches Verbrechen ins Gedächtnis geschrieben. Weit über 300 Menschen waren hier wegen "Wehrkraftzersetzung", politischem Widerstand und anderen Gründen hingerichtet worden. Im Mai 1945 wurde ein Massengrab geöffnet, in dem man 142 Leichen fand. Diese wurden daraufhin am Zentralfriedhof würdig bestattet. Im Rahmen eines jährlich dort stattfindenden Trauerakts wird aller Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedacht.